Methodik: Für jede Kachel wird das Bild grau gewichtet (0.299R/0.587G/0.114B) und mit dem
diskreten Laplace-Kern (0,1,0 / 1,-4,1 / 0,1,0) gefaltet. Die Varianz der Antwortwerte je Kachel dient als
relatives Schärfemaß — höhere Werte deuten auf mehr hochfrequente Kantenenergie (potenziell schärfer) hin.
Einschränkungen: Das ist ein heuristisches, relatives Maß, kein absoluter Fokus-Score. Werte
sind nur innerhalb desselben Bildes bzw. derselben Einstellungen vergleichbar, reagieren empfindlich auf
Rauschen und Kontrast, und werden durch Skalierung (insbesondere Hochskalierung) beeinflusst. Absolute Zahlen
sind wegen abweichender Dekodierung/Rundung nicht direkt mit anderen Tools (z.B. OpenCV-Skripten) vergleichbar –
die relative Verteilung innerhalb des Bildes sollte aber übereinstimmen.
Histogramm & Clipping: Das Histogramm zeigt die Verteilung der gewichteten Luminanz
(0.299R/0.587G/0.114B je Pixel, gleiche Formel wie bei der Schärfeanalyse) über 256 Stufen, mit Wurzelskalierung
der Balkenhöhe, damit auch kleinere Peaks neben einem dominanten Mittelton-Berg sichtbar bleiben. Für das
Clipping wird dagegen bewusst nicht die Luminanz, sondern der jeweils hellste Farbkanal je Pixel
herangezogen: „Lichter-Clipping“ zählt Pixel, bei denen mindestens ein Kanal (R, G oder B) die Lichter-Schwelle
erreicht oder überschreitet – so werden auch einkanalig ausgefressene Bereiche (z.B. reines Rot) erfasst, die in
der Luminanz allein nicht auffallen würden. „Schatten-Clipping“ zählt Pixel, deren hellster Kanal auf oder unter
der Schatten-Schwelle liegt.
Annahmen bei Clipping: Die Standardwerte der Schwellen (Schatten ≤ 4, Lichter ≥ 251) sind
eine plausible, aber willkürlich gewählte Toleranz für „praktisch Schwarz“ bzw. „praktisch Weiß“ – kein
photografischer Standardwert. Beide Regler sind deshalb frei einstellbar. Da die Analyse auf dem ggf. auf
Zielhöhe verkleinerten Bild arbeitet (siehe Normalisierung), kann eine hochwertige Verkleinerung benachbarte
Pixel glätten und dadurch geringfügig weniger Clipping anzeigen, als im Originalfoto (z.B. der RAW- oder
Kamera-JPEG-Datei) tatsächlich vorhanden ist. Die Prozentwerte beziehen sich also auf die hier analysierte
Auflösung, nicht zwingend auf die Originaldatei.
ELA (Fehlerpegel-Analyse): Das aktuell analysierte Arbeitsbild wird erneut als JPEG in der
eingestellten Vergleichsqualität komprimiert. Die pixelweise Differenz zum Ausgangsbild (maximale
Kanal-Abweichung je Pixel) wird mit dem gewählten Faktor verstärkt und als Graustufenbild dargestellt: hellere
Bereiche weichen stärker von der Neukompression ab als dunkle. „Auffällige Fläche“ zählt Pixel mit einer
unverstärkten Abweichung ≥ 24 – ein fest gewählter, nicht photografisch normierter Heuristik-Schwellenwert, kein
verstellbarer Parameter.
Einschränkungen der ELA: ELA ist ein in der Bildforensik etabliertes, aber rein
heuristisches Indiz – kein Beweis für eine Bildmanipulation. Auch unbearbeitete, hochkontrastige Kanten,
Text oder bereits mehrfach gespeicherte Bildbereiche erscheinen hell, ohne dass dort etwas verändert wurde.
Aussagekräftig ist ELA in der Regel nur bei Fotos, die ursprünglich als JPEG mit einer einzigen, bekannten
Kompressionsstufe vorliegen; bei PNG-Quellen, Screenshots, mehrfach neu gespeicherten JPEGs oder
KI-generierten/zusammengesetzten Bildern (etwa aus der Synthografie-Praxis) sind die Ergebnisse deutlich
unzuverlässiger und teils bedeutungslos. Zudem läuft die Analyse – wie Schärfe- und Belichtungsauswertung – auf
dem ggf. bereits verkleinerten Arbeitsbild, wodurch feine Kompressionsartefakte zusätzlich verwischt werden
können. Für belastbare forensische Aussagen sollte ein spezialisiertes Tool direkt auf der Originaldatei in
voller Auflösung verwendet werden.